Ausbildung meiner Pferde
oder die Ziele, die ich für mich und meine
Pferde beim Reiten als wichtig erachte
"
Die Anmut eines jungen Pferdes ist wie eine Blüte, einmal verwelkt und sie kehrt
nie wieder."
(Antoine de Pluvinel)
Beide Morganstuten ritt ich
zunächst in der Westernreitweise, denn ich wollte meine Pferde
nicht ständig
mit dem
Schenkel trei-
ben und gleichzeitig vorne mit dem Gebiss
bremsend
einwirken. Die lockere Art des
Westernreitens gefiel mir besonders im
Gelände,
denn die
Pferde liefen ausgeglichen und locker und
reagierten auf leichte Hilfen.
O'Ryanna lief jedoch durch diese Reitweise stark auf der Vorhand und so suchte
ich nach
einem Weg, der
sie lehrte mehr Gewicht
mit der Hinterhand aufzunehmen und sich
selbst
besser zu tragen.
Schließlich führte mich mein Weg dann 2005 zur klassischen
Dressur.
Sollte es möglich sein, sein Pferd so gut auszubilden, wie es Antoine de Pluvinel
(um 1600
n.Chr.) ausdrückte, wenn er sagte:
"Das
Pferd sei so gut auf den Reiter eingestellt und so
gut ausgebildet, dass es freiwillig ganz
von selbst geht, sozusagen ein
Wunder
der Natur.
Das
ist wirkliche Harmonie zwischen Reiter und Pferd."
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Im April 2005
lernte ich Sandra Wex
kennen, die sich seitdem
unserer Ausbildung im Sinne
der Légèreté angenommen hat.
Sandra lernte selbst bei Ausbildern wie Dr. Hans
Walter
Dörr,
Philippe Karl vom Cadre Noir in
Saumur
und Juan
Rubio Martinez
(Bereiter an der
spanischen
Hofreitschule
in Jerez) und
gibt ihre
Erkenntnisse nun
an uns weiter.
www.klassische-barocke-reitkunst.de
Rechts reitet Sandra einen ihrer Gidranhengste
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August 2008 - Werner
arbeitet mit O'Ryanna vom Boden
aus an den verkürzten Tritten. Wichtig ist, dass sie locker
in der Hand bleibt, die Trabtritte langsam und gesetzt aus-
führt und lernt auf Touchieren ein Bein anzuheben. Sie hat
schnell
verstanden, um was es bei der Übung geht. |
Im
Herbst 2006 machte ich auch die Bekanntschaft
von
Werner Brunnlechner, der nach den
Lehren
Bent Branderups im Sinne der akademischen
Reit-
kunst ausbildet. Er hat uns seitdem
auch
unter
seine
Fittiche genommen.
Mit diesen beiden Ausbildern versuche ich dem
Ziel
mit
meinen Pferden Leichtigkeit, Harmonie und
Los-
gelassenheit zu erreichen, näher zu
kommen.
Der Grundstein hierfür wird in
den Basislektionen
gelegt. Zunächst lernt das Pferd über die Seitengänge
Schulterherein, Konterschulterherein, Travers
und
Renvers unter den Schwerpunkt
zu treten und
mehr
Gewicht mit
der Hinterhand
aufzunehmen.
Balance, Kraft und Geschmeidigkeit
werden
geschult.
Der Reiter
lernt immer mehr, das Pferd
über den Sitz
als über den Zügel zu reiten.
Durch die gymnastizierende Arbeit werden Bänder
und Sehnen aufgebaut und
elastisch gehalten und
somit dient diese Art der Gymnastizierung der
Gesund-
heit des Pferdes.
www.werner-brunnlechner.de
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Die Pferde werden
durchlässiger und bekommen mehr Ausdruck. Dies ist nicht mit
Kraftanstrengung zu erreichen, sondern mit
kontinuierlicher Arbeit gemeinsam mit dem Pferd und nicht
gegen das Pferd. Durch Zwang kann keine motivierte Mitarbeit
beim Pferd erreicht werden. Ich möchte auf keinen
Fall, dass das Vertrauen des Pferdes in den Reiter verloren geht und diesen
wichtigen Grundsatz sehe ich am
besten in der klassischen Dressur verwirklicht. Mein Ziel ist es, dass meine
Pferde Leichtigkeit
und
Freude ausstrahlen, wenn
sie unter dem Reiter gehen.
Dies ist kein einfacher und
vor allem ein langer Weg. Doch wir haben uns jetzt auf den Weg dorthin
gemacht,
denn
wie heißt es so
schön:
Der Weg ist das Ziel. Mal sehen wo wir ankommen.
Auf unserem Weg
hatten Velvet und ich im September 2010, im Februar 2011 und noch mal im
September 2011 das Glück, an einem
Kurs mit
Desmond O'Brien
teilzunehmen.
Desmond
war viele
Jahre an der Wiener Hofreitschule tätig, zunächst als Reiter, später als
Sattlermeister und wir sind glücklich,
dass
wir die Gelegenheit bekamen, Desmond als einfühlsamen
Reitlehrer kennenzulernen, der jedes Pferd-Reiterpaar dort abholte,
wo es gerade stand und mit Humor und sehr
bildhaften Erklärungen allen ein Stück weiterhalf.
Allen meinen Reitlehrern
ein ganz herzliches Dankeschön. Jeder trägt dazu bei, dass ich meinen Zielen
beim Reiten nach und nach
näher komme und die Pferde locker und
entspannt gehen und gerne mitarbeiten.
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Velvet im Herbst 2010 - Eine wunderbare Stute
im Barocktyp mit sehr viel Ausstrahlung
O'Ryanna im Sommer 2009 - Ihre Muskulatur hat sich durch die Ausbildung sehr
verändert
O'Ryanna lernt
immer besser sich selbst zu tragen und sie ist stets eifrig bei
der Sache, sie bemüht sich
sehr und
hat wesentlich
mehr Spaß am Reiten als früher.
Auch die Traversale gehört
inzwischen zu
unserem Übungsprogramm.
Durch diese Reitweise
lernt sie nun auch,
sich im Galopp besser zu setzen.
Lektionen wie Kompliment oder spanischer
Schritt
werden auch
immer wieder
eingebaut.
Velvet
hat inzwischen auch gelernt die Seitengänge auf leichteste Körperdrehung
auszuführen. Sie ist vom Temperament her
übereifrig und sehr sensibel. Gedanken reichen bei ihr oftmals
aus, damit sie
eine Lektion ausführt. Zuviel
Handeinwirkung nimmt
sie einem übel und sie beginnt zu nörgeln. Ihr
Übungsprogramm
muss abwechslungsreich sein,
Hilfengebung möglichst nur über
die Körpersprache
und ganz ruhig,
dann geht sie im
Trab wie ein Uhrwerk. Die
Traversstellung fällt ihr relativ
leicht und so
setzt sie sich schon sehr schön in der
Schrittpirouette auf die Hinterhand. Durch die konsequente Ausbildung hat unsere
"Rennsemmel" einen sehr schönen
Bergaufgalopp bekommen.
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